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Freitag, 20. August 2021



Montag, 15. Februar 2021


Mittwoch, 28. April 2021 um 23:17:02 von Kulturpool Redaktion

Der Amerikanische Bürgerkrieg und seine digitale Erzählung

Anlass
Der Amerikanische Bürgerkrieg vor 160 Jahren

Vor 160 Jahren - Der Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges am 12. April 1861


Chickamauga - The great battle of the west

https://www.europeana.eu/de/item/9200387/BibliographicResource_3000117267693

Als ein akustisches Intro gedacht, zur Vorstellung diverser digitaler Sammlungen

You've Been A Good Old Wagon, But You've Done Broke Down

https://www.loc.gov/item/ihas.200196487/

Die Amerikanische Library of Congress enthält reichhaltige digital aufbereitete
Sammlungen an Partituren und Tonaufnahmen, die einen vielfältigen Einblick
in Liedgut, historischer Erzählung, fotografischer Bildsprache und aufbereitete
Karten liefern.

What's the matter Uncle Sam

Civil War Music Sheet Collection

https://www.loc.gov/resource/ihas.200001547.0?st=gallery

https://www.loc.gov/item/afc1939007_afs02451b/
Library of Congress, Le joli bergere; Bonjour, mon capitaine de l'armee
Alan Lomax Collection of Michigan and Wisconsin Recordings (AFC 1939/007)

Der Amerikanische Bürger- oder auch Sezessionskrieg genannt, kam im April 1861, vor genau 160 Jahren zum Ausbruch. Er war das Resultat von über Jahrzehnte aufflammender Auseinandersetzungen und Uneinigkeiten zwischen den Südstaaten und den Nordstaaten. Im Mittelpunkt der Konflikte stand die Frage der Sklaverei. Der Norden war reicher, größer an Bevölkerungsanzahl, mit um die 22 Millionen Menschen zu der Zeit und in der wirtschaftlichen Produktionsleistung durch die sich rasch weiterentwickelnde Industrie gegenüber dem agrarischen Süden in vielem überlegen. Schätzungen zufolge lebten im Süden an die neun Millionen, davon ca. vier Millionen Menschen, die als Sklaven entrechtet waren.


GuerreSecession
Europeana https://www.europeana.eu/de/item/9200387/BibliographicResource_3000117280360

Auch die Europeana bietet Einrdücke und Links zu dem Thema. Karten, Porträts
sowie weitere Bilder. Allerdings empfieht es sich in englischer Sprache zu suchen
(zB American Civil War), unter den deutschen Suchbegriffen findet man sich eher in
einer verspielten Welt wieder...

https://www.europeana.eu/de/search?page=1&view=grid&query=american%20civil%20war


Fort Sumter https://www.europeana.eu/en/item/9200387/BibliographicResource_3000117300165

Der Sezessionskrieg gilt als erster „moderner“ Krieg, weil doch von Größe und Einsatz der Heere, Materialien und Waffenarten schon industrieller Natur. Bis heute gilt er als der verlustreichste Konflikt auf amerikanischem Boden. An die 600.000 Tote auf beiden Seiten waren zu beklagen, keine andere kriegerische Auseinandersetzung Amerikas hatte derart viele Todesopfer gefordert als der Sezessionskrieg in den vier Jahren zwischen April 1861 und April 1865.

In der Library of Congress sind in digitalen Sammlungen sehr viele Dokumente abrufbar und öffentlich einsehbar.
In Amerika wird auch der Terminus „The War of the Rebellion“ häufig verwendet.

https://www.loc.gov/item/03003452/

Die Konföderierten Staaten von Amerika (kurz CSA oder auch zusammenfassend die Südstaaten genannt) waren die elf südlichen Staaten, die sich 1861 zu einem Bundesstaat formierten. Diese hatten durch General Lee und andere Vertreter im Grunde gute Beziehungen zu anderen Ländern, vorwiegend europäischen Mächten wie Frankreich und Großbritannien, die aber aufgrund der Frage der Sklavenhaltung keine Anerkennung durchsetzen konnten, bzw. Großbritannien nur in dem Fall, dass der Sezessionskrieg von den Südstaaten gewonnen werden sollte. Im Übrigen hat auch kein anderer Staat die Südstaaten als Staatengebilde jemals bilateral anerkannt.

Einblick und Link zu Flaggen und darstellenden Erklärungen:

https://www.wikiwand.com/de/Kriegsflaggen_der_Konf%C3%B6derierten_Staaten_von_Amerika

Aus Sicht der Südstaaten war die Sklaverei ein verfassungsgemäßes den einzelnen Ländern zuständiges Recht. Weiterer Streitpunkt war die Stimmenverteilung der politischen Repräsentation. Die nicht wahlberechtigen Sklaven wurden mit einem Stimmwert von 3/5 auf die jeweilige Bevölkerungszahl der Wahlberechtigten gewertet. Die Südstaaten erhielten durch diese Rechnungsweise wachsendes politisches Gewicht im Hinblick auf die Stimmenverteilung im Repräsentantenhaus. Fast die Hälfte der Einwohnerschaft in den Südstaaten waren Sklaven. Auf Senatsebene verschoben sich laufend die Mehrheitsverhältnisse aufgrund der neu aufgenommen Länder in die Union wie 1820 Missouri und Maine.


Maine, Library of Congress, Maps

Eine historisch gezogene Grenze war die Mason-Dixon-Linie zwischen den Nord- und den Südstaaten der USA, die in dem Jahr 1763 zu ziehen begonnen und 1767 fertigstellt wurde. Die zwei Vermesser wurden von den Familien Penn und Calvert bestellt, die große Teile Marylands und Pennsylvanias beherrschten und miteinander verfeindet waren. Die damals gezogene Linie zeichnet immer noch den Grenzverlauf zwischen Pennsylvania und Maryland und wurde 1977 von der American Society of Civil Engineers in die berühmte Liste der „Historic Civil Engineering Landmarks“ aufgenommen.

https://www.loc.gov/resource/g3701sm.gcw0037800/?sp=4
Library of Congress, A chronological history of the civil war in America. Maps

Ein Zusammenspiel zweier Forscher, Charles Mason, einem Astronomen und dem Geodäten Jeremiah Dixon. Der Grenzzug zieht eine wichtige historische Trennungs- bzw. Definitionslinie und stellt eine Art Kultstatus als Begriff dar, der auch in mehreren künstlerischen Bearbeitungen seinen Niederschlag fand.

Mason Dixon Linie – Historic Civil Engineering Landmarks
Es gibt weiterhin auch mehrere künstlerische Bearbeitungen der Vermessungsgeschichte von Mason & Dixon. Der englische Sänger und Liederschreiber Mark Knopfler erzählt in dem Song „Sailing to Philadelphia“ die Geschichte der beiden Landvermesser:

Sailing to Philadelphia

I am Jeremiah Dixon
I am a Geordie boy
A glass of wine with you, sir
And the ladies I'll enjoy
All Durham and Northumberland
Is measured up by my own hand
It was my fate from birth
To make my mark upon the earth
He calls me Charlie Mason
A stargazer am I
It seems that I was born
To chart the evening sky
They'd cut me out for baking bread
But I had other dreams instead
This baker's boy from the west country
Would join the Royal Society
We are sailing to Philadelphia
A world away from the coaly Tyne
Sailing to Philadelphia
To draw the line
A Mason-Dixon Line
Now you're a good surveyor, Dixon
But I swear you'll make me mad
The West will kill us both
You gullible Geordie lad
You talk of liberty
How can America be free
A Geordie and a baker's boy
In the forests of the Iroquois
Now hold your head up, Mason
See America lies there
The morning tide has raised
The capes of Delaware
Come up and feel the sun
A new morning has begun
Another day will make it clear
Why your stars should guide us here
We are sailing to Philadelphia
A world away from the coaly Tyne
Sailing to Philadelphia
To draw the line
A Mason-Dixon Line
(Text und Musik: Mark Knopfler)

Eine Wortabstammungstheorie geht davon aus, dass die Begriffe „Dixie“ und „Dixieland“ von dem Landvermesser stammen, da es die historische Grenze zwischen Nord und Süd darstellte und die südliche Musik seitdem auch als „Dixieland“ oder nur „Dixie“ beschrieben wird.
Eine andere Theorie geht davon aus, da nach dem Verkauf des Landes Louisiana von Frankreich an die USA dort auch weiterhin französisch gesprochen wurde und die Citizens‘ Bank of Louisiana 10-Dollar Noten emittierte, die aufgrund ihrer Werthaltigkeit sehr beliebt waren, das französische Wort für 10 = dix, welches auf der Banknote nicht nur als bloße Zahl, sondern auch wörtlich gedruckt wurde und somit als „Dixie“ gelesen und schon bald zum geflügelten Wort wurde.

Upcoming of Photography in times of War:
Die Entwicklung und das Aufkommen der Fotografie haben auch ihre Pioniere mit sich gebracht, die zum Teil mit ganzen Fotografen- und Assistententeams tief das kämpferische Geschehen teils auch während der Schlachten begleitet haben. Bereits von dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg (1846 – 1848) sowie von dem Krimkrieg (1853 – 1856) existieren frühe fotografische Aufnahmen. Doch erst der Sezessionskrieg gilt als der erste große Krieg, der über eine Vielzahl an Fotografien dokumentiert ist. Der Begriff des Fotojournalismus fand seinen Ursprung in dieser Zeit. Bilder von Schlachtfeldern, Lazaretten, Spitäler und Gefängnissen fanden ihren Lauf in die Köpfe und Vorstellungswelten der Zivilbevölkerung dank der Kriegsberichterstatter unter Verwendung der neuen Apparate.

Fort Sumter, 1861, Photography, Library of Congress

Am Tag nach der Räumung von Fort Sumter durch die Unionstruppen fotografierte ein Südstaatenfotograf namens Alma A. Pelot die Stars and Bars, die über dem beschädigten Fort flogen. (Taken the day after Fort Sumter was evacuated by Union forces, a Southern photographer named Alma A. Pelot photographed the Stars and Bars flying over the damaged fort.) Library of Congress

Wer Interesse an filmischen Bearbeitungen zum Thema des
Amerikanischen Bürgerkrieges hat, seien folgende
Produktionen empfohlen:

The Sun Shines Bright, John Ford
The Ox-Bow Incident, Delmer Daves
The Outlaw Josey Wales, Clint Eastwood
Ride With The Devil, Ang Lee
The Tall Target, Anthony Mann
The General, Buster Keaton


Dictator, Zug von Buster Keatons Produktion "The General"
Foto von Mathew B Brady

Siehe auch zu "The General" https://de.wikipedia.org/wiki/Der_General_(1926)

Einige Einblicke und aufbereitete Fotografien der Sammlung von Mathew B Brady, der mehr als 10.000 Fotos während des Kriegsverlaufes unter den Unions Truppen produzierte, sind über diesen Link auf welt.de zu sehen:

https://www.welt.de/geschichte/gallery119267220/Wie-Mathew-B-Brady-den-US-Buergerkrieg-sah.html#cs-lazy-picture-placeholder-01c4eedaca.png

Für weitere Fragen zu dem Thema hat die Library of Congress eine Frage-Plattform "Ask an librarian" initialisiert:

https://ask.loc.gov/map-geography/

National Park Service, Battlefield Trusts und viele weitere Bewegungen versuchen auf private oder öffentliche Initiative heraus die historischen Schlachtfelder als gewidmetes kulturelles Erbe in seiner Ursprünglichkeit zu erhalten.
Sehr viele Flächen sind Immobilienprojekten anheim gefallen, umso mehr Vereine und Bewegungen gibt es, die sich für den physischen als auch den digitalen Erhalt der Erzählung des Amerikanischen Bürgerkrieges widmen. Aus den vielseitigen Aspekten und Blickwinkel heraus, die weiterhin Grundlage vieler Forschungsprojekte als auch Diskussionen sind.

https://www.nps.gov/cebe/learn/photosmultimedia/jedediah-hotchkiss-maps-of-the-shenandoah-valley.htm